Kunden erleben aktuell vor allem in ihren Kfz- und WohngebĂ€udeversicherungen starke Beitragserhöhungen. Und das, obwohl Versicherungsgesellschaften an diesen Versicherungsarten kaum bis ĂŒberhaupt kein Geld verdienen. In diesem Beitrag beschĂ€ftigen wir uns mit der Frage, worin die GrĂŒnde fĂŒr die Erhöhung der PrĂ€mien liegen.
Beitragserhöhungen in der Kfz-Versicherung
Die Kfz- Versicherung schĂŒtzt Fahrzeughalter vor finanziellen Risiken, die durch SchĂ€den oder UnfĂ€lle mit ihrem Fahrzeug entstehen. Sie umfasst in der Regel drei Bereiche: die Haftpflichtversicherung, die gesetzlich vorgeschrieben ist und SchĂ€den abdeckt, die Dritten durch das eigene Fahrzeug zugefĂŒgt werden, die Teilkaskoversicherung, die unter anderem bei Diebstahl, Naturereignissen oder Glasbruch einspringt, und die Vollkaskoversicherung, die zusĂ€tzlich SchĂ€den am eigenen Fahrzeug bei selbstverschuldeten UnfĂ€llen oder Vandalismus ĂŒbernimmt. Je nach Bedarf und Fahrzeug können verschiedene DeckungsumfĂ€nge gewĂ€hlt werden. Doch welche Aspekte fĂŒhren zur Erhöhung der BeitragsprĂ€mien?
- Hohe Reparatur- und Ersatzteilkosten
Die steigenden Reparaturkosten sind eine direkte Folge der immer komplexeren Fahrzeugtechnik. Besonders Fahrzeuge, die mit fortschrittlichen Assistenzsystemen, Sensoren und hochentwickelter Elektronik ausgestattet sind, verursachen hohe Instandsetzungskosten, was sich unmittelbar in den VersicherungsprĂ€mien widerspiegelt. Hieran anknĂŒpfend steigen die Kosten fĂŒr Ersatzteile, insbesondere bei importierten Fahrzeugen und hochwertigen Originalteilen, ebenfalls kontinuierlich. Dadurch werden Reparaturen teurer, und die Versicherer passen ihre PrĂ€mien entsprechend an.
- Die Zahl der VerkehrsunfÀlle
Trotz moderner Sicherheitstechnologien bleibt die Anzahl der VerkehrsunfĂ€lle in vielen Regionen hoch. GrĂŒnde dafĂŒr sind die zunehmende Fahrzeugdichte, lĂ€ngere Fahrzeiten und dichter Verkehr. Diese Faktoren fĂŒhren zu einer erhöhten SchadenhĂ€ufigkeit, was wiederum die PrĂ€mien steigen lĂ€sst.
- PersonenschÀden
Besonders bei HaftpflichtschĂ€den fĂŒhren PersonenschĂ€den, insbesondere solche, die dauerhafte Verletzungen oder InvaliditĂ€t zur Folge haben, zu hohen EntschĂ€digungsansprĂŒchen. Diese Schadenssummen flieĂen ebenfalls in die Kalkulation der VersicherungsprĂ€mien ein.
- Gutachten der WerkstÀtten
Ein weiteres Problem stellt die Tendenz dar, dass WerkstĂ€tten oft eigenmĂ€chtig Gutachten in Auftrag geben, die hĂ€ufig schlichtweg nicht nötig sind. Solche Gutachten sollten nur von den Versicherern selbst veranlasst werden, soweit erforderlich. Ăhnliches gilt fĂŒr die Empfehlung der WerkstĂ€tten, gleich einen Anwalt fĂŒr die Schadensabwicklung einzuschalten. Dies ist nicht in jedem Fall notwendig, fĂŒhrt aber unterm Strich zu höheren Kosten.
- Naturkatastrophen
Auch der Klimawandel trĂ€gt zur Erhöhung der PrĂ€mien bei, da Naturkatastrophen wie Starkregen, Ăberschwemmungen und Hagel an HĂ€ufigkeit zunehmen. Diese Wetterextreme verursachen eine wachsende Anzahl von FahrzeugschĂ€den, was die Versicherungsgesellschaften dazu zwingt, ihre BeitrĂ€ge zu erhöhen, um diese Risiken abzudecken.
- Diebstahl und Betrug
Zudem nehmen FahrzeugdiebstĂ€hle und Versicherungsbetrug zu, was ebenfalls die Kosten fĂŒr die Versicherer erhöht. Um diese Risiken abzudecken, sehen sie sich gezwungen, höhere PrĂ€mien zu verlangen.
- Lohnerhöhung
Zwischen den Jahren 2017 und 2022 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex um 14 %, doch die StundensĂ€tze der WerkstĂ€tten stiegen um 28 %, bei Lackierereien sogar um 30 %. Die gestiegenen StundensĂ€tze mĂŒssen WerkstĂ€tten entsprechend in ihrer Preiskalkulation berĂŒcksichtigen, was sich wiederum im Endpreis fĂŒr den Kunden ausdrĂŒckt und sich somit unmittelbar auch bei den Kosten fĂŒr die Versicherer niederschlĂ€gt.
Dies sind die zentralen GrĂŒnde fĂŒr die erwartete, aber auch schon bereits stattfindende PrĂ€mienerhöhung in Kfz-Versicherungen. Trotz dieser Kostenzunahme haben die Versicherungsunternehmen in der Vergangenheit ihre PrĂ€mien nicht entsprechend angepasst. Der starke Wettbewerb und die hohe Wechselbereitschaft der Kunden verhinderten eine ausreichende PrĂ€mienanpassung, obwohl die Schadenssummen es eigentlich erfordert hĂ€tten. Infolgedessen ist zu erwarten, dass die BeitrĂ€ge in Zukunft weiter ansteigen werden.
AuĂerdem steckt die Kfz-Versicherungsbranche in einer tiefen Krise und verzeichnete im vergangenen Jahr Verluste von 2,9 Milliarden Euro. GrĂŒnde dafĂŒr sind gestiegene Ersatzteilpreise, höhere Lohnkosten und lĂ€ngere Reparaturzeiten, die die Schadenskosten stark ansteigen lieĂen. Eine Entspannung ist hingegen nicht in Sicht.
Insgesamt ist es fĂŒr Versicherer wichtig, die Kfz-Versicherung fĂŒr 2025 besser aufzustellen. Zwar sind weitere PrĂ€mienerhöhungen unvermeidbar, doch dies könnte zu Kundenverlusten fĂŒhren. Daher ist neben dem Leistungsvolumen auch die technische Ausgestaltung, QualitĂ€t mit Blick auf den Kundensupport und eine flexible und schnelle Abwicklung wichtig, um den Marktanforderungen gerecht zu werden. Versicherer sollten ihre Prognosemethoden verbessern und in moderne, digitale und dynamische Prozesse investieren, um die Kfz-Sparte wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Beitragserhöhungen in der WohngebÀudeversicherung
Eine WohngebĂ€udeversicherung schĂŒtzt EigentĂŒmer vor finanziellen Verlusten, die durch SchĂ€den am GebĂ€ude entstehen. Sie deckt typische Risiken wie Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und weitere Naturgefahren ab. Versichert sind in der Regel das GebĂ€ude selbst sowie fest verbaute Bestandteile wie Heizungen oder Fenster.
Daher gehört die WohngebĂ€udeversicherung zu den wichtigsten Versicherungen fĂŒr HauseigentĂŒmer â die jetzt allerdings mit steigenden Kosten konfrontiert werden. Sehen wir uns nun die GrĂŒnde hierfĂŒr an.
- Steigerung der Baukosten
In den letzten Jahren war der Anstieg der Kosten fĂŒr Baumaterialien, aber auch Handwerker und Bauunternehmen sehr spĂŒrbar. Kommt es zum Versicherungsfall und muss ein WohngebĂ€ude neu aufgebaut oder instandgesetzt werden, sind die Kosten hierfĂŒr ebenfalls auf dem neuen, hohen Niveau, wodurch Versicherer gezwungen sind, auch die PrĂ€mien nach oben zu korrigieren.
- Bevölkerungsdichte
Die zunehmende Urbanisierung und höhere Bevölkerungsdichte bedeuten auch einen Anstieg der Versicherungsnehmer und damit auch potenzieller VersicherungsfĂ€lle. Kommt es zu einem solchen, geht es in der Regel um enorm hohe Summen, die â wenn sie bei vielen Versicherten auftreten â die WohngebĂ€udeversicherung finanziell stark fordern. Auch diese erhöhte Schadenfrequenz wirkt sich auf die PrĂ€mienerhöhungen aus.
- Naturkatastrophen
Versicherungsgesellschaften mĂŒssen (oder sollten) es schaffen, durch die PrĂ€mien ihrer Versicherten alle EventualitĂ€ten wirtschaftlich abzudecken â dazu gehören auch Extremwetterereignisse wie Ăberschwemmungen, Hagel und StĂŒrme. Diese hinterlassen oftmals eine Spur der Zerstörung und belasten HauseigentĂŒmer und ihre Versicherungen mit einer hohen Schadenssumme.
- Höhere Regulation
Je höher die Anforderungen an den Sicherheitsstandard sind und je mehr getan werden muss, um Bauvorschriften korrekt einzuhalten, desto höher fallen auch die Kosten bei der Schadensbehebung aus. Der regulatorische Umfang, vor allem WohngebĂ€ude betreffend, ist hoch und diese zusĂ€tzlichen Kosten berĂŒcksichtigen Versicherer in ihren PrĂ€mien.
- Leistungsumfang und QualitÀt
Das Leistungsspektrum vieler WohngebĂ€udeversicherungen hat sich in den letzten Jahren erweitert: So sind beispielsweise die Mitversicherung grober FahrlĂ€ssigkeit und/oder Obliegenheitsverletzung möglich. Auch wird die WindstĂ€rke ggf. nicht begrenzt, Zu- und Ableitungsrohre unbegrenzt mitversichert sowie weitere FĂ€lle in den Versicherungsschutz inkludiert, die fĂŒr Versicherte attraktiv sind, letztlich aber auch mehr Kosten fĂŒr beide Seiten bedeuten.
- Interne Struktur der Versicherungsgesellschaften
Ein ganz pragmatischer Grund, der aber hĂ€ufig vergessen wird: Versicherer sind ebenso Unternehmen mit Mitarbeitern, denen sie Löhne zahlen â und diese (regelmĂ€Ăig) erhöhen.
Die zunehmenden Risiken und Kosten veranlassen Versicherungen, die PrĂ€mien fĂŒr WohngebĂ€udeversicherungen anzuheben. FĂŒr Hausbesitzer bedeutet das, dass sie kĂŒnftig mit deutlich höheren Ausgaben zum Schutz ihres Eigentums rechnen mĂŒssen. Experten erwarten jĂ€hrliche Erhöhungen von ĂŒber 10 %, wobei in einigen FĂ€llen auch Anstiege von 25 bis 30 % möglich sind, insbesondere bei Tarifen, die bislang zu niedrig kalkuliert wurden.
In den ersten 30 Jahren haben viele Versicherer automatisch eine moderate PrĂ€mienanpassung ĂŒber einen Index hinterlegt. Diese Anpassungen waren lange Zeit ausreichend, sind jedoch angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht mehr zeitgemĂ€Ă.
Der Anpassungsfaktor in der WohngebĂ€udeversicherung wird fĂŒr 2024 um 7,5 % angehoben, was im Vergleich zum Vorjahr, in dem der Anstieg 14,7 % betrug, eine Entlastung darstellt. Dies wird als wichtiges Signal in Zeiten gesehen, in denen die Bezahlbarkeit von Wohnraum zunehmend im Fokus steht.
In der Neuwertversicherung fĂŒhrt dieser Anpassungsfaktor zu einer PrĂ€miensteigerung von 7,52 %. Diese Erhöhung betrifft alle Versicherer und Tarife, die an den gleitenden Neuwertfaktor gekoppelt sind. Ein SonderkĂŒndigungsrecht besteht jedoch nicht automatisch, wenn die PrĂ€mien allein aufgrund des neuen Anpassungsfaktors steigen. Erst wenn der Versicherer die BeitrĂ€ge unabhĂ€ngig davon bei gleichbleibenden Leistungen anhebt, haben Versicherte die Möglichkeit, ihren Vertrag vorzeitig zu kĂŒndigen.
Eine Neuwertversicherung ist ĂŒbrigens eine Versicherungsart, die den Schaden eines versicherten Objekts auf Basis seines aktuellen Wiederbeschaffungswerts ersetzt. Das bedeutet, dass die Versicherung im Schadensfall die Kosten ĂŒbernimmt, die anfallen, um das Objekt in gleicher Art und GĂŒte neu zu beschaffen oder wiederherzustellen, ohne AbzĂŒge fĂŒr den Wertverlust durch Alter oder Abnutzung. Ein Beispiel fĂŒr diese Versicherungsart ist die soeben thematisierte WohngebĂ€udeversicherung.

Die aktuellen Beitragserhöhungen in der Kfz- und WohngebĂ€udeversicherung stellen viele Versicherte vor finanzielle Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, einen klaren Ăberblick ĂŒber die verschiedenen Tarife und Leistungen zu behalten, um den optimalen Schutz fĂŒr das eigene Eigentum zu gewĂ€hrleisten. Versicherte sollten ihre Policen regelmĂ€Ăig prĂŒfen und gegebenenfalls anpassen, um nicht unnötig hohe PrĂ€mien zu zahlen. Eine kompetente Beratung durch uns als freie Versicherungsmakler hilft Ihnen dabei: Wir finden individuelle Lösungen, die sowohl den Bedarf abdecken als auch finanziell tragbar bleiben. So bleiben Sie auch in Zeiten steigender Kosten gut abgesichert. Kontaktieren Sie uns gerne ĂŒber E-Mail, per Telefon oder ĂŒber das Kontaktformular unserer Website. Wir freuen uns auf Sie!